Start Aktuelles & Projekte Festrede anlässlich des 20. Jahrestages des dfb e.V. am 21.10.2010
Montag, 23. Oktober 2017

Begegnungsstätten

Postanschrift:
PF 20 01 07
17013 Neubrandenburg

Veranstaltungen:
Stadtteilbüro Ost
Juri-Gagarin-Ring 2
17036 Neubrandenburg

Kontaktpersonen:

jeden Mittwoch
09.00 - 11.00 Uhr
Frau Sabine Baumert

jeden 2. und 4. Montag
14.30 - 16.00 Uhr
Frau Brigitte Zirzow

August Bebel-Platz 1a
17109 Demmin

Telefon 0174 - 7534161

Kontaktpersonen:

jeden Dienstag
14.30 - 16.00 Uhr

jeden Mittwoch
09.00 - 12.00 Uhr

Frau Rosemarie Müller

Schleswiger Str. 8
17192 Waren

Telefon 03991 - 167025
Telefax 03991 - 167025

Kontaktpersonen:

Frau Helga Kuhn
Frau Birgit Klähn

Schloßstr. 2 (Kunsthaus)
17235 Neustrelitz

Kontaktperson :

Frau Heidemarie Prillwitz
Telefon 03981 - 447449

Postanschrift:
Rathausstraße 2
17087 Altentreptow

Veranstaltungen:
Feuerwehr Altentreptow

Kontaktpersonen:

Frau Waltraut Götte
Frau Anita Plötz

Stadtbibliothek
Rudolf-Fritz-Str. 8b
17139 Malchin

AWO
Rudolf-Fritz-Str. 20
17139 Malchin


Kontaktperson:

jeden Dienstag
10.00 - 12.00 Uhr
AWO Malchin

jeden 2. und 4. Mittwoch
14.00 - 16.00 Uhr
Stadtbibliothek

Frau Hedwig Studt

Unterstützt durch :



Regionalbereich Mecklenburgische Seenplatte

Demokratischer Frauenbund
Landesverband MV e.V.
Regionalbereich MSE
Postfach 20 01 07
17013 Neubrandenburg

Telefon: 0172 - 9852256
e-Mail :
sieglinde.scheel@web.de

Kontaktperson :
Sieglinde Scheel

Festrede anlässlich des 20. Jahrestages des dfb e.V. am 21.10.2010

von Sieglinde Scheel
Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrates
Mitglied des Hauptvorstandes des dfb e.V.
Regionalbeauftragte des dfb e.V. Neubrandenburg

Liebe Mitglieder des Demokratischen Frauenbundes des Kreisverbandes Neubrandenburg/MST.
Sehr geehrte Frau Behning.
Sehr verehrte Gäste (Fr. Sievers, Herr Walter, LT-Abgeordneter Koplin).



Sehr gern erfülle ich die Bitte von Frau Böse, anlässlich des 20. Jahrestages des dfb e. V. die Festrede hier im Kreisverband Neubrandenburg/MST zu halten.

 

Das zu tun – dafür sprechen zwei gute Gründe:

Zum Einen
habe ich die Gelegenheit, meinen Stolz und meine Dankbarkeit darüber zum Ausdruck zu bringen, solche Frauen zu kennen und mit ihnen arbeiten zu dürfen, die mit großem Mut, politischem und sozialem Engagement, oft unter Zurückstellung persönlicher Belange, eine Vereinsarbeit aufgebaut haben und täglich gestalten, die einen Jahrhunderte geführten Kampf unterstützen – die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu fördern - dafür Frauennetzwerke zu bilden, für Politik und Wirtschaft oft unbequem, aber zugleich auch Partnerinnen zu sein.

Frauen, die oft ganz im Stillen ein aktives sozial-kulturelles Vereinsleben in Städten und Dörfern gestalten.

Was wäre eine Gesellschaft ohne solche Frauen, ohne ehrenamtliches Engagement für das Gemeinwohl?

In diesem Sinne haben sich die Mitglieder des dfb e. V. in den vergangenen 20 Jahren zu einer verlässlichen und anerkannten Größe entwickelt.
Deshalb gehört mein erster Gedanke den 150 Mitgliedern dieses Kreisverbandes, die unter Leitung unserer Kreisvorsitzenden und stellvertretenden Landesvorsitzenden,
Claudia Böse, und ihrer Geschäftsführerin, Heidemarie Prillwitz, agieren. Ihnen allen gilt meine Anerkennung und ganz persönlicher Dank.

Ein zweiter
guter Grund, gerade diese Festrede im 20. Jahr des dfb e. V. zu übernehmen, ist die Tatsache, dass mein ganz persönliches berufliches und politisches Leben nicht nur untrennbar mit dem Wirken des Demokratischen Frauenbundes verbunden ist, sondern auch ganz besonders mit Neustrelitz, wo es begann, und Neubrandenburg, von wo durch die Regionalstelle viele Impulse auf die Mecklenburger Seenplatte ausstrahlen, und ich mit Frau Böse dieses schöne Haus 1997 von der Stadt übernehmen, inhaltlich konzipieren und einrichten durfte.

Nun hatte ich zwar zwei gute Gründe, aber:
20 Jahre Demokratischer Frauenbund – Was sagt man – Was sagt Frau zu solch einem Anlass?
Einen historischen Abriss kann jeder im Zeitalter der virtuellen Kommunikation im Internet abrufen – oder sich in dieser Woche zu jeder vollen Stunde in unserem regionalen Fernsehen „neu-eins“  eine halbe Stunde ansehen – oder nachfolgend im Haus live erleben.

Den eigenen Verein, die eigenen Aktivitäten loben – dafür sind Frauen viel zu bescheiden – oder? Richtig – und das schöne Büfett lockt auch.

Aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden.
Natürlich hat jede von uns – und natürlich auch jeder Gast und Kooperationsparter/in ihre ganz persönliche Sicht auf den dfb e. V.

Mir
sind folgende 3 Gedanken wichtig:

An diesem festlichen Tag ist mir Erstens die Würdigung der historischen Stunde des Neuanfangs wichtig, verbunden mit einigen nationalen wie auch internationalen Fakten unserer Arbeit. Der 20.Jahrestag des dfb e. V. ist eng verbunden mit dem Aufbruch der Menschen in der DDR zu einem selbstbestimmten Leben. Für den Demokratischen Frauenbund bedeutete das damals – er hatte eine Geschichte – und wir erkannten – auch eine Zukunft.

Mitglieder des 1947 gegründeten Demokratischen Frauenbundes zogen sich 1990 nicht zurück, sondern haben über ihre Arbeit nachgedacht, Hemmendes und Falsches aufgearbeitet und sind am 27. Oktober mit dem Gründungskongress neu gestartet. Aus Neubrandenburg nahm damals z. B. Kerstin Stabenow bei diesem wichtigen Ereignis unsere Interessen wahr. Seit diesem Gründungstag wirken 7.500 Mitglieder in den 5 neuen Bundesländern und Berlin, davon ca. 1.400 in Mecklenburg-Vorpommern nach einer Satzung, die sich der Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Völkerverständigung auf internationalem Parkett sowie der Kinder- und Jugendpflege widmet.

Trotz der schwierigen Zeit mit ihren gesellschaftlichen Umwälzungen - wo auch jeder mit sich und den Problemen der Familie zu tun hatte – haben politisch interessierte Mitglieder auf der Basis dieser Satzungsinhalte Aktivitäten ausgelöst, die den neuen gesellschaftlichen Bedingungen Rechnung trugen. Mehr instinktiv, aber auch an vielen Stellen wissend, war uns klar, um Frauenrechte in dieser neuen Gesellschaft müssen wir uns schon selber kümmern.

Wussten wir doch aus Gesprächen, z. B. mit den Landfrauen aus Schleswig-Holstein, dass viel zu wenig Frauen in der Politik oder in wirtschaftlichen Führungspositionen vertreten waren; der Prozentsatz berufstätiger Frauen unter 50 % lag; Frauen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind und Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung zu wünschen übrig ließen. Und die Aussagen zur Gleichberechtigung waren im Einigungsvertrag auch mehr als dürftig.

So waren wir sofort 1991 in allen ostdeutschen Ländern und Berlin an den Frauenpolitischen Runden Tischen vertreten in Neubrandenburg sind wir Mitbegründerinnen (Übrigens ist der dfb e.V. Nbg. Initiator des 1. Frauenhauses in den neuen Bundesländern – zwei weitere sollten folgen Waren und Eggesin)

Sehr schnell wurden Begegnungsstätten des dfb e. V. geschaffen, in denen wir Aufklärungsarbeit leisteten, weil alles für uns neu war – die neue Gesetzgebung brachte neue Rechte und Pflichten, plötzlich war jeder für sich selbst verantwortlich; die Arbeitslosigkeit stieg rasant an.

1992
beteiligten sich Neubrandenburger und Neustrelitzer Mitglieder an der bundesweiten Demo von Frauenverbänden gegen den § 218.

1993 wird der dfb e. V. in das nationale Vorbereitungskomitee für die 4. Weltfrauenkonferenz in Peking berufen, an der dann 1995 auch Mitglieder unseres KV teilnahmen.

1994
war auch das Jahr einer großen Gebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern, und so wurden in der Mecklenburger Seenplatte 3 neue Kreisorganisationen des dfb gegründet – Müritz, Demmin und unser Kreisverband Neubrandenburg/Mecklenburg-Strelitz (nach 18Jahren steht uns nunmehr 2011 eine weitere Gebietsreform ins Haus).

Seit dieser Zeit wurde auch beim dfb e. V. wieder in geordneten Strukturen gearbeitet. Die sogenannten „wilden Zeiten“ hatten uns viel abverlangt, um zu überleben, um uns zu etablieren. Wir hatten unseren Platz als kommunaler Partner gefunden. Wir waren Bestandteil sozialer Netzwerke geworden, hatten uns qualifiziert im Vereinsrecht und für unsere Pflichten, einschließlich den Umgang mit dem Finanzamt und – was das Wichtigste war – die sozial-kulturellen Begegnungsstätten erwiesen sich nicht nur für unsere Mitglieder, sondern auch für andere Frauen als unabdingbar.

Viele Episoden aus dieser Zeit werden wir nicht vergessen und vor allem nicht die Frauen, die diesen Weg ebneten.
Ich danke in unserem Kreisverband neben den bereits genannten an Lilo Mülson, Isolde Jerxen, Anita Zahn – Dank und Anerkennung -.

Und wie stolz waren und sind wir auf nachfolgende nunmehr 20 Jahre Aktivitäten in der Vereinsarbeit dieses Kreisverbandes:
- eine eigene Frauenzeitschrift wurde herausgegeben
- ein Frauenradio wurde initiiert,
- mit der Berufsfrühorientierung entstand die Jugendfirma „Cafe Pott“,
- in Neustrelitz wurden Bücher über Frauenpersönlichkeiten und eigene literarische Werke herausgegeben oder
- in Woldegk eine Arbeit über die Stadt der Windmühlen gedruckt.
- in Wesenberg, Mirow und Salow entwickelte sich eine interessante sozial-kulturelle Vereinsarbeit

Übrigens waren es Frauen des dfb, die als „Grüne Schwestern“ die zusätzliche soziale Betreuungsarbeit in Pflegeheimen und Seniorenzentren einführten (heute durch IPSE und andere Träger fortgesetzt).

Und nicht zuletzt sei das Engagement des Kreisverbandes zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe der Frauen am Erwerbsleben genannt und dem KPZ, um das sich Frau Schmieder verdient gemacht hat. Gemeinwohlorientierte Beschäftigungsmaßnahmen für Arbeitslose, insbesondere für langzeitarbeitslose Frauen oft die einzige Möglichkeit, einen versicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu erhalten und sie geben zugleich konkrete Lebenshilfe.

Im Laufe der 20 Jahre haben so im Kreisverband Neubrandenburg/Mecklenburg-Strelitz ca. 1.800 Frauen eine zeitweilige sinnvolle Beschäftigung gehabt.

Immer wieder haben auch neue Frauen unsere ehrenamtliche Arbeit verstärkt – Baumert, Zirzow, Lehnhardt, Beck, Wapses, Filbrandt, Ines Bützow, Kammel - Dank -.

Weder die Aufbauarbeit noch die nachfolgenden Initiativen haben wir allein bewältigt. Wichtige Partnerinnen waren und sind die Gleichstellungsbeauftragten – Eichler, Ribitzki, Springstein – Dank -.
Förderer unserer Arbeit waren und sind die Kommunen, das Land, Bundesministerien, Stiftungen, Bundesamt für Arbeit, Jobcenter und ARGEN. - Dank -

Nicht zu vergessen unsere Kooperationspartnerinnen in der Projektarbeit, wie das Bürgerradio 88,0 – Frau Mößner, Schulen und Unternehmen der Stadt Neubrandenburg und des Kreises Mecklenburg-Strelitz., den Landfrauenverband, die Fraueneinfälle, den ALV.

Ein zweiter Gedanke
ist mir am 20. Jahrestag unseres Vereins sehr wichtig:

Seit seiner Gründung setzt sich der Demokratische Frauenbund für Frieden und Völkerverständigung ein. Dabei nimmt der Kreisverband Neubrandenburg/Mecklenburg-Strelitz einen besonderen Platz ein. So gab es in den Jahren 2000 und 2002 Arbeitsgespräche mit der polnischen Frauenorganisation Liga Kobiel. 2000 nahmen Mitglieder des Kreisverbandes am Weltmarsch der Frauen in Brüssel teil, um der Forderung nach mehr Chancengleichheit für Frauen Ausdruck zu verleihen. Ganz engagiert treten wir im Netzwerk „Bunt statt Braun“ auf.

Und nicht zuletzt möchte ich den Umgang des Kreisverbandes mit dem Erbe der Ravensbrückerinnen würdigen. Auf Initiative des dfb e. V. und Dank der Stadt Neubrandenburg wurde die Legendentafel und das Umfeld des Frauenehrenmals in der Oststadt erneuert, wo wir uns jährlich zum Internationalen Frauentag treffen. Für dieses Engagement erhielt der Kreis- und Ortsvorstand in Neubrandenburg die Auszeichnung „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“, gestiftet vom Bundespräsidenten und von der Deutschen Bank. Besonders verdient gemacht hat sich unsere stellvertretende Kreisvorsitzende Marianne Anner.

Liebe Frauen, verehrte Gäste,

ich bin Ihnen einen dritten Gedanken schuldig.

Trotz – nein, gerade wegen – der zahlreichen eigenständigen Aktivitäten dieses Kreisverbandes möchte ich heute nicht versäumen, ein Dankeschön an den Landesvorstand zu richten, an seine Vorsitzende und an Dich, liebe Antje, als Geschäftsführerin. Denn letztlich sind wir auch nur ein Teil unseres großen Landesverbandes mit seinen 88 Begegnungsstätten.

Ganz in diesem Sinne reiht sich der Kreisverband Neubrandenburg/Mecklenburg-Strelitz in die Bilanz des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern zum 20-jährigen Bestehen ein.

Mein ganz persönlicher Gruß und Glückwunsch gilt allen Aktiven des Demokratischen Frauenbundes e.V. in unserer Region – der Mecklenburgischen Seenplatte